Der Fluss Rio São Francisco ist eine der wichtigsten Wasserquellen Brasiliens / Copyright: Wikipedia, GNU, LeRoc

Der Fluss Rio São Francisco ist eine der wichtigsten Wasserquellen Brasiliens / Copyright: Wikipedia, GNU, LeRoc

Die Hungersnot sowie die landwirtschaftlichen Einbußen, die 20 Millionen Brasilianer des semiariden Nordostens jährlich erleiden müssen, könnten vermieden werden, wenn es ein Programm der Regierung für die Wasserversorgung gäbe; so laut João Abner Guimarães Júnior, Spezialist für Wasserressourcen der Universität in Rio Grande do Norte (UFRN).

Die Region des Nordostens Brasiliens hat seit letztem Januar mit der größten Dürre seit 30 Jahren zu kämpfen. Laut Meteorologen werde es erst wieder im nächsten Jahr Regenfälle geben.

„Wir haben ausreichend Wasserspeicher, um zu dieser Zeit die bedürftigen Regionen zu versorgen. Es gibt zehn Milliarden Kubikmeter Wasser in großen Reservaten oberhalb des Flusses Rio São Francisco“, so Guimarães während einer öffentlichen Anhörung des Umweltausschusses im Abgeordnetenhaus. Es würde 60.000 Staudämme im Nordosten geben, in denen Wasser gespeichert wird. Problematisch sei, dass davon 95 Prozent durch Verdunstung verloren ginge. Dieses Wasser könnte zur Versorgung der bedürftigen Regionen verwendet werden, nur fehle es an Transportmitteln. Mit der Wasserverteilung könne nicht nur den Menschen geholfen werden, sondern auch die Landwirtschaft könne davon profitieren. Für ein solches Vorhaben würden sich die Kosten pro Einwohner jährlich auf nur 20 Reais belaufen.

Auch João Suassuna, Forscher des Verbands Joaquim Nabuco, teile diese Meinung. Es müssten nicht einmal große Bauvorhaben gestartet werden. Die Staudämme der Region hätten Kapazitäten von bis zu 27 Milliarden Kubikmetern. „Es gibt allerdings keine politische Maßnahme, um das Wasser zu sammeln und den Personen zu bringen, die es benötigen. Seit 18 Jahren bin ich gegen den Wassertransport des Staudamms des Flusses Rio São Francisco, weil das Wasser dorthin kommt, wo es bereits reichlich davon gibt.“ (ds)