Der Vorstand der PSB entschied mehrheitlich für die Unterstützung des konservativen Aércio Neves in der Stichwahl am 26.10. / Copyright: Agência Brasil
Der Vorstand der PSB entschied mehrheitlich für die Unterstützung des konservativen Aércio Neves in der Stichwahl am 26.10. / Copyright: Agência Brasil

Der Vorstand der PSB entschied mehrheitlich für die Unterstützung des konservativen Aércio Neves in der Stichwahl am 26.10. / Copyright: Agência Brasil

Nachdem sich die Präsidentschaftskandidatin Marina Silva bei der Wahl am vergangenen Sonntag (5.10.) nicht für die Stichwahl am 26.10. qualifizierte, beschloss der Vorstand ihrer Sozial-liberalen Partei Brasiliens (PSB) bei der endgültigen Entscheidung den Zweitqualifizierten Aécio Neves von der im Parteienspektrum Mitte-Rechts agierenden  PSDB zu unterstützen. Dieser hatte im ersten Wahlgang rund 34 Prozent auf sich vereinigen können und lag damit knapp acht Prozent hinter der amtierende Präsidentin Dilma Rousseff (PT) mit rund 42 Prozent der Stimmen.

Auf einer Sondersitzung des Parteivorstandes der PSB am gestrigen Mittwoch (8.10.) beschloss dieser mehrheitlich sich gegen die amtierende Präsidentin Dilma Rousseff zu positionieren. Von den 29 Mitgliedern des Vorstandes stimmten 21 für eine Unterstützung Neves’, sieben enthielten sich und ein Votum zeigte sich für Dilma Rousseff. Am gleichen Abend sei Aécio Neves im  Sitz des PSB erschienen, um die Unterstützung persönlich entgegen zu nehmen, wie die Zeitung O Globo heute berichtet (9.10.).

Die Unterstützung der PSDB sei jedoch an programmatische Punkte gebunden, die noch ausdiskutiert werden müssten, wie PSB-Präsident Roberto Amaral gegenüber der Presse bekannt gab. Gleichwohl die PSB ein traditioneller Partner der regierenden PT war, hatte sie im vergangenen Jahr mit der Regierung Rousseff gebrochen. Natürlich verspricht sich die PSB in einer Regierungskoalition mit der PSDB einen größeren Anteil als ihr unter einer PT-Regierung zuteil geworden wäre.

Die ehemalige Umweltministerin Marina Silva werde laut Zeitungsberichten ihre Entscheidung zur Unterstützung erst heute (9.10.) bekannt geben. Erwartet werde jedoch, dass auch sie zur Wahl Neves’ aufrufen werde, da sie Dilma Rousseff massive Vorwürfe eines unfairen Wahlkampfes gemacht hatte. Ihre Unterstützung für Neves wiederum werde wohl daran gebunden, ob dieser das Ende der Wiederwahl des Präsidentschaftsposten sowie Punkte zur Nachhaltigkeit in sein Programm aufnehmen werde, wie O Globo schreibt. (ms)