Auch er muss sich erklären: Der US-Botschafter in Brasilien Thomas Shannon. / Copyright: Agência Brasil
Auch er muss sich erklären: Der US-Botschafter in Brasilien Thomas Shannon. / Copyright: Agência Brasil

Auch er muss sich erklären: Der US-Botschafter in Brasilien Thomas Shannon. / Copyright: Agência Brasil

Wegen Vorwürfen der Spionage gegen die USA trafen sich vergangenen Dienstag (09.07.) der brasilianische Außenminister Antonio Patriota und der Botschafter der USA in Brasilien, Thomas Shannon. Im Zuge der Enthüllungen durch den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden wurde auch bekannt, dass E-Mails und Telefongespräche von brasilianischen Staatsbürgern überwacht wurden. Mehrere brasilianische Staatsbürger hatten Medienberichten zufolge daraufhin Anzeigen wegen Spionage gegen die US-amerikanische Sicherheitsbehörden gestellt.

Der US-Botschafter Shannon versprach nun ein Team aus Spezialisten mehrerer Bereiche der Telekommunikation zusammenzustellen, um die Vorwürfe im Detail untersuchen zu lassen. Der abschließende Bericht soll der brasilianischen Regierung überreicht werden. Shannon erklärte zudem, dass es das legitime Recht Brasiliens sei, wegen mutmaßlicher Spionage Protest zu erheben. Doch gab er zu keinem Moment zu, dass die USA tatsächlich Spionage betrieben hätten.

Am gestrigen Mittwoch (10.07.) teilte die brasilianische Regierung mit, dass sie „den erwähnten Aktivitäten weder die Erlaubnis gegeben, noch Kenntnis davon hatte“. Eine Beteiligung an Spionage durch einzelne Personen oder Institutionen des Landes verstoße gegen die Verfassung, so die Regierung weiter.

Vergangenen Dienstag hatte die brasilianische Tageszeitung, O Globo, berichtet, dass Bürger verschiedener lateinamerikanischer Staaten, darunter auch Brasilien, Ziele der US-Überwachung, insbesondere der NSA, gewesen seien. (ms)