Logo der CETELEM / Copyright: CETELEM

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Trotz eines lediglich gemäßigten Anstieges wuchs die brasilianische Mittelklasse (Klasse C) 2011 weiter. Laut einer Studie der CETELEM/BGN, Finanzleister der französischen Gruppe BNP Paribas in Brasilien, in Zusammenarbeitet mit dem Institut IPSOS können 54 Prozent der brasilianischen Gesamtbevölkerung dieser Klasse zugeordnet werden. 2010 waren es 53 Prozent.

Laut der Studie gewann die brasilianische Mittelklasse 2,7 Millionen Menschen im Jahr 2011 hinzu, die von den Klassen D und E aufgestiegen sind. Heute zählen 103 Millionen Brasilianer dieser sozialen Schicht an. Die Klassen D und E betrugen 2011 gemeinsam 24 Prozent der Bevölkerung, 2010 25 Prozent.

„Diese Veränderungen zeigen die Stärkung der sozialen Mobilität, die in den letzten Jahren in Brasilien festgestellt wurde“, so Marcos Etchegoyen, Geschäftsführer der CETELEM/BGN. Die seit 2005 durchgeführte Studie gibt wieder, dass 63,7 Millionen Brasilianer in den letzten sieben Jahren einen sozialen Aufstieg durchlaufen sind.

Die Schicht, die am stärksten gewachsen ist, war die Klasse C: 2005 noch mit 34 Prozent der Bevölkerung vertreten.

Die untersuchten Gruppen richten sich nach den Bestimmungen, die durch die wirtschaftlichen Klassifikationskriterien Brasiliens (Critério de Classificação Econômica Brasil, kurz: CCEB) von der brasilianischen Vereinigung der Marktforschungsunternehmen (Associação Brasileira de Empresas de Pesquisa, kurz: Abep) aufgestellt wurden. Dieses Konzept berücksichtigt nicht die Einkommensverteilung, sondern den Besitz von Gütern wie Haushaltsgeräten und Fahrzeugen, die Anzahl der Wohnräume und den Bildungsgrad von Familienoberhäuptern.

Die Studie zeigte allerdings auch, dass die Mittelklasse die einzige war, deren durchschnittliches Einkommen im Jahr 2011 angestiegen ist. Es konnte eine Steigerung von acht Prozent (auf 1.450 Reais, ca. 602 Euro) verzeichnet werden. In den Klassen AB und DE gab es einen leichten Rückgang: in der Klasse AB von 2.907 Reais im Jahr 2010 auf 2.893 Reais 2011, in der Klasse DE von 809 Reais auf 792 Reais im gleichen Zeitraum.

Die verfügbaren Mittel, die in Verbindung mit den Familieneinkommen gesetzt werden können, stiegen in allen sozialen Klassen an, was bedeutet, dass weniger Geld ausgegeben wurde. Zurückzuführen sei dieses Phänomen auf die Verschlechterung des wirtschaftlichen Klimas, vor allem in der zweiten Jahreshälfte, so Miltonleise Filho, Vice-President der CETELEM/BGN.

Das spiegele sich auch im Kaufverhalten von 2012 wider. Die Brasilianer zeigen sich vorsichtiger in der Anschaffung von größeren Gütern wie Autos, Computern oder Haushaltsgeräten. Trotz allem seien die Brasilianer die optimistischsten von den 13 untersuchten Ländern. Die Deutschen kommen an zweiter Stelle.

Die Studie wurde bei 1.500 Personen in 70 Städten Brasiliens durchgeführt. (ds)