Im Norden und Nordosten Brasilien wurde ein Wachstum im Einzelhandel festgestellt / Copyright: Agência Brasil
Im Norden und Nordosten Brasiliens wurde ein Wachstum im Einzelhandel festgestellt / Copyright: Agência Brasil

Im Norden und Nordosten Brasiliens wurde ein Wachstum im Einzelhandel festgestellt / Copyright: Agência Brasil

Laut der neuesten Handelsstudie PAC (Pesquisa Anual do Comércio), die das brasilianische Institut für Geografie und Statistik IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) gestern (26.06.) veröffentlicht hat, habe die Erweiterung der Mittelschicht im Norden und Nordosten Brasiliens dazu beigetragen, dass es auch im Einzelhandel zu einem Wachstum gekommen sei. Die Studie untersucht den Zeitraum 2010 und 2011.

Fábio Bentes, Wirtschaftsexperte des Verbands für Güter, Dienstleistungen und Tourismus (Confederação Nacional do Comércio de Bens, Serviços e Turismo, kurz: CNC) erläuterte dazu, dass ein höheres Beschäftigungsniveau, der Zugriff auf Kredite sowie auf Programme zur Einkommensverteilung die steigenden Verkäufe begünstigt hätten. „Diese Faktoren haben vor allem innerhalb der Regionen große Wirkung gezeigt. Die Situation dieser Regionen hat sich wesentlich schneller verbessert als im Süden und Südosten […]“, so Bentes.

Was den Großhandel beträfe, konnten im zentralen Westen besonders Fortschritte erzielt werden. Zu verdanken sei dies der Land- und Viehwirtschaft. Wenn die Produktion in diesem Bereich hoch ist, hätte das direkt Auswirkungen auf den Handel, vor allem bei Lebensmitteln, die ein Viertel der Verkäufe ausmachen.

Des Weiteren habe sich die Anzahl der Beschäftigten im untersuchten Zeitraum um 7,2 Prozent erhöht. Auch diese Entwicklung sei direkt mit dem Handel verknüpft. Bei starkem Handelsaustausch würde mehr Personal eingestellt werden. „Das erklärt, warum besonders im Einzelhandel die Beschäftigungszahlen im Vergleich zu den anderen Bereichen gestiegen sind.“

Was die Wachstumsrate in den nächsten Jahren betrifft, so glaube Bentes an ein eher moderates Wachstum, da seitens der Regierung keine speziellen Programme mehr zum Ankurbeln des Sektors Anwendung finden werden, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war. 2013 werde das Wachstum zwischen 4 und 4,5 Prozent liegen, die Hälfte des derzeit registrierten Wertes. Auch im Automobilsektor müsse man mit dieser Entwicklung rechnen, da es keine steuerlichen Anreize mehr geben wird, die die Verkäufe stimulieren. (ds)