Geraldo Alckmin, Governeur von São Paulo, war 2010 der Kandidat mit den höchsten geplanten Wahlausgaben. / Copyright: Wikimedia Commons, Érico Júnior Wouters
Geraldo Alckmin, Governeur von São Paulo, war 2010 der Kandidat mit den höchsten geplanten Wahlausgaben. / Copyright: Wikimedia Commons, Érico Júnior Wouters

Geraldo Alckmin, Governeur von São Paulo, war 2010 der Kandidat mit den höchsten geplanten Wahlausgaben. / Copyright: Wikimedia Commons, Érico Júnior Wouters

Die Hauptkandidaten auf einen Governeursposten gehen davon aus, im Zuge der Wahlen einen Betrag in gleicher Höhe auszugeben wie die Kosten für drei WM-Stadien. Auf diesen Wert kommt die Tageszeitung Folha de S.Paulo, nachdem sie von 85 Kandidaten die Vorhersage über die Ausgaben der Kampagnen erhalten hat. Demnach beläuft sich der Wert auf 2,1 Milliarden Reais. Jedes Stadion für die Fußball-WM kostete im Durchschnitt 674 Millionen Reais.

2010 gaben die wichtigsten 85 Kandidaten von 26 Bundesstaaten und des Bundesdistrikts als Ausgaben 1,4 Milliarden Reais an, beziehungsweise 1,8 Milliarden Reais als korrigierte Beträge. Abgesehen von den vorausgesagten Summen lagen die Ausgaben schließlich bei 741 Millionen Reais (939 Millionen mit der Korrektur).

In ihrer Berechnungen geht die Tageszeitung Folha de S.Paulo nur auf die wichtigsten Wahlkampagnen ein. So nahmen 2010 insgesamt 167 Kandidaten an den Wahlen teil. Von diesen planten nur sechs Ministerkandidaten Ausgaben in Höhe von mehr als 40 Millionen Reais. In diesem Jahr dagegen sind es insgesamt 14 Bewerber. Der Kandidat, der bei der vergangenen Wahl die höchsten geplanten Ausgaben angegeben hatte, ist der aktuelle Governeur von São Paulo, Geraldo Alckmin mit 58 Millionen Reais. In diesem Jahr gehen er und seine wichtigsten Konkurrenten Paulo Skaf sowie Alexandre Padilha von Ausgaben in Höhe von 90 Millionen Reais aus.

Die Höhe der Ausgaben richtet sich dabei nicht nach der Größe des Bundesstaates. Selbst in solchen mit kleiner Wählerschaft gibt es teure Kandidaten. In Rondônia beispielsweise will Jaqueline Cassol rund 20 Millionen Reais ausgeben und damit mehr als der aktuelle Governeur Tarso Genro angibt, der sich zur Wiederwahl stellt. Laut dem Team von Cassol sind die weiten Distanzen zwischen den Gemeinden im Bundesstaat Grund für die hohen Ausgaben. „Wir können keinen Wahlkampf machen, wenn wir nicht herumfahren“, so der Buchhalter der Kandidatin, João Altair Santos. (ls)