Die Demonstrationen in Brasilien 2013 haben die Wahlbeteiligung von Jugendlichen stark sinken lassen. / Copyright: Wikimedia Commons, Isaac Ribeiro
Die Demonstrationen in Brasilien 2013 haben die Wahlbeteiligung von Jugendlichen stark sinken lassen. / Copyright: Wikimedia Commons, Isaac Ribeiro

Die Demonstrationen in Brasilien 2013 haben die Wahlbeteiligung von Jugendlichen stark sinken lassen. / Copyright: Wikimedia Commons, Isaac Ribeiro

Junge Menschen mit 16, 17 Jahren vom Wählen zu überzeugen, ist schon grundsätzlich nicht einfach. Mit den Demonstrationen im Juni 2013 ist die Chance darauf in Brasilien jedoch noch einmal gesunken. Der Anteil der Jugendlichen in diesem Alter, die sich ein Jahr vor der kommenden Präsidentschaftswahl als Wähler registriert haben, ist für dieses Jahr um ein Drittel gesunken im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Präsidentschaftswahlen. In diesem Jahr will nur einer von vier Jugendlichen wählen gehen. Das ist bis heute die niedrigste Wahlbeteiligung dieses Alters in diesem Jahrhundert.

Die Demonstrationen haben eine merkwürdige Regelmäßigkeit der Wahleinschreibung von Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren unterbrochen, wie die Zeitung Estado de S. Paulo berichtet. Laut der Wahlgesetzgebung von Brasilien können Bürger in dieser Altersgruppe frei entscheiden, ob sie wählen wollen und sind nicht dazu aufgefordert. Seit Beginn dieses Jahrhunderts hatte sich stets ein fester Anteil dieser Altersgruppe ein Jahr vor einer Präsidentschaftswahl als Wähler registriert – wobei der Anteil bei den Gemeindewahlen stets etwas höher ausfiel als bei den Wahlen auf Bundesstaats- oder Bundesebene.

2008 und 2012 lag der Anteil der jugendlichen Wähler für die Wahlen des Bürgermeisters und Stadtrats gemessen an der Gesamtheit der Jugendlichen in diesem Alter bei rund 43 Prozent, wie aus Daten des höchsten Wahlgerichts und Daten des brasilianischen Instituts für Geografie und Statistik hervorgeht. Bei den Wahlen 2002, 2006 und 2010 lag der Anteil jeweils zwischen 36 Prozent und 37 Prozent. In diesem Jahr dagegen sank die Zahl auf 26 Prozent. (ls)