Die Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrem Treffen mit Präsident Barack Obama / Copyright: Agência Brasil

Die Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrem Treffen mit Präsident Barack Obama / Copyright: Agência Brasil

Bei ihrem gestrigen Treffen (09.04.) mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff die Geldpolitik der europäischen Länder und der USA erneut kritisiert. Wie bereits mehrfach in den letzten Wochen zu unterschiedlichen Anlässen, so sprach Dilma Rousseff auch bei diesem persönlichen Treffen von der schwierigen Situation in der Brasilien sich befinde, wenn große Industrieländer wie die USA durch eine expansive Geldpolitik ihre finanzielle und wirtschaftliche Krise zu bekämpfen versuchen.

Kritisiert wird von Seiten Brasiliens vor allem, dass durch einen extrem niedrigen Leitzins der Zentralbanken die Refinanzierung der Kredite durch die Banken sehr günstig ist und es so zu einer starken Ausweitung der Geldmenge von Euro und US-Dollar kommt. Durch diese geldpolitische Maßnahme sieht Brasilien massiv seinen Wechselkurs gefährdet und verschiedene brasilianische Offizielle sprachen deshalb in den letzten Wochen von einem regelrechten Wechselkurskrieg, der gegen Brasilien ausgetragen werde. Als Netto-Exporteur von Rohstoffen und Agrarprodukten ist Brasilien umso mehr auf einen seine Exporte favorisierenden Wechselkurs angewiesen, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben zu können.

Die brasilianische Präsidentin betonte bei dem Treffen auch die Wichtigkeit der strategische Zusammenarbeit beider Länder, vor allem auf dem Gebiet der Energieerzeugung und der technischen Innovationen. Begrüßt wurde von ihr vor allem die Reduktion der Importsteuer auf brasilianisches Ethanol. Dies sei ein weiterer Schritt, um auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien voranzukommen.

Vor allem im Bereich der technischen Innovationen sprach Dilma Rousseff den USA einen führende internationale Rolle zu und zeigte sich überzeugt, dass die USA durch diese Kraft auch wieder auf den Weg des wirtschaftlichen Wachstums zurückfinden werden. In einem Vergleich der wirtschaftlichen Leistung der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) mit der der USA zeigte sich die Präsidentin überzeugt, dass die USA eine wichtigere Rolle in der internationalen Ökonomie auch in Zukunft spielen werden. (mas)