Wasserkraftwerk Itaipú: Paraguay fordert Energie von Brasilien

09.08.2012 | Politik |
Das Projekt eines binationalen Staudamms zwischen Paraguay und Brasilien wurde 1973 begonnen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Adrian Michael

Das Projekt eines binationalen Staudamms zwischen Paraguay und Brasilien wurde 1973 begonnen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Adrian Michael

Der paraguayanische Präsident Federico Franco ließ gestern (8.8.) verlauten, dass Paraguay nicht länger Energie an Brasilien und Argentinien abtreten wolle. In einem offiziellen Onlineportal teilte Federico Franco mit, dass Paraguay zu lange die Energie des Wasserkraftwerkes Itaipu, die Paraguay zustünde, an Brasilien abgegeben habe. Das Wasserkraftwerk Itaipú liegt im brasilianisch-paraguayanischen Grenzgebiet und ist ein binationales Projekt.

Den brasilianischen Generaldirektor des Wasserkraftwerkes Itaipú, Jorge Miguel Samek, beunruhigt die Aussage des Präsidenten nicht. Er gab an, dass es klare Regeln gebe, die die Energieversorgung und den Energiekauf organisieren. In dem Vertrag von 1973 sei festgehalten, dass beiden Ländern jeweils die Hälfte der erzeugten Energie zustehe, erklärt Samek. Da Paraguay jedoch nur fünft Prozent dieser 50 Prozent benötigt, verkauft das Land die übrige Energie an Brasilien. Auch dies sei vertraglich festgelegt. Insgesamt beträgt die Kraftwerksleistung 14.000 Megawatt. Paraguay bezieht 91 Prozent seiner benötigten Energie aus Itaipú, Brasilien 19 Prozent.

Es sei vertraglich verankert, dass Paraguay im Falle eines Ausbaus der paraguayanischen Industrie mehr Energie kaufen dürfe, erklärt Samek. Dies plant nun der Präsident Paraguays. Er will durch die Ausweitung des Industriesektors Arbeitsplätze schaffen und so die Emigration der paraguayanischen Bevölkerung stoppen.

Bei einem Treffen zwischen dem paraguayanischen Präsidenten und dem Leiter des Wasserkraftwerks habe Federico Franco noch keine Andeutungen gemacht, den Vertrag ändern zu wollen, so Semek. Bis ein Antrag zur Änderung nicht offiziell vorliegt, will der Leiter sich nicht weiter zu dem Thema äußern und Spekulationen vermeiden. (sg)


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