Copyright-Agencia-Brasil
Um die Wasserversorgung des Großraums São Paulos sicher zustellen, kürzt die Sabesp bei Klärung der Abwässer um 55 Prozent. / Copyright: Agência Brasil

Um die Wasserversorgung des Großraums São Paulos sicher zu stellen, kürzt die Sabesp bei Klärung der Abwässer um 55 Prozent. / Copyright: Agência Brasil

Nach der Wasserkrise in São Paulo ist für die kommenden Jahre mit einer Abwasserkrise zu rechnen. Nach Plänen des zuständigen Unternehmens für die Wasserver- und Entsorgung des Staates São Paulo (Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo, kurz: Sabesp) sollen in diesem Jahr 55,7 Prozent weniger Mittel für die Aufbereitung der ohnehin nur zu 60 Prozent geklärten Abwässer ausgegeben werden, teilte das Unternehmen mit.

Die Mittel sollen kurzfristig in die Absicherung der Wasservorräte und das Erschließen weiterer Quellen für die Wasserversorgung des Großraums São Paulo fließen. In diesem Jahr sollen 1,5 Milliarden Reais (etwa 400 Mio. Euro) in die Wasserversorgung investiert werden – 16 Prozent mehr als noch im Vorjahr, als die Wasserkrise begann. Hingegen sollen die Ausgaben für die Abwasserentsorgung von 1,9 Mrd. Reais (etwa 550 Mio. Euro) in 2014 auf 843 Mio. Reais (etwa 245 Mio. Euro) in 2015 sinken. Kritiker erwarten eine weitere Verschlechterung der Wasserqualität in Folge der Zuleitung zusätzlicher ungeklärter Abwässer.

Zum ersten Mal in zehn Jahren wird die Sabesp damit mehr in die Versorgung als in die Entsorgung investieren. Damit fabriziert das Unternehmen jedoch womöglich eine nächste Katastrophe, so Marussia Whately vom Instituto Socioambiental. Denn bereits heute werden 15 Prozent der Abwässer nicht gesammelt und 23 Prozent nicht behandelt.

Aufgrund der vergangenen Trockenperiode, in der die Wasserreserven von São Paulo auf fast zwei Prozent gesunken waren und es zu Rationierungen kam, habe das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen finanzielle Einbußen von rund 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet, wie die Zeitung O Estado de São Paulo am Mittwoch berichtete (1.04.).

Um in Zukunft einen „Kollaps der Wasserversorgung des Großraums São Paulo zu verhindern“, würden alle Ressourcen zur Absicherung aufgebracht, so das Unternehmen. Laut Finanzdirektor des Unternehmens, Rui Affonso, sei beabsichtigt, die für die kommenden Jahre geplanten Investitionen in Speicheranlagen vorzuziehen. Unter anderem wolle man Wasser aus dem Stausee Billings am Rande von São Paulo in den Zufluss Alto Tietê umleiten. Der Stausee Billings jedoch gilt als hochgradig verschmutzt und zieht hohe Investitionen in die Aufarbeitung nach sich. (ms)

Quellen: O Estado de São Paulo