Für fiktive Verträge sollen von Bauunternehmen Wahlkampfspenden geflossen sein. / Copyright: Agência Brasil Das Bauunternehmen Camargo Corrêa fuhr wegen der Emittlungen im Korruptionsskandal um die Petrobras einen Millionenverlust in 2014 ein. / Copyright: Agência Brasil

Im Rahmen der Ermittlungen Lava Jato hat es am Freitag (19.06) weitere Festnahmen führender Manager der Bauunternehmen Odebrecht und Andrade Gutierrez gegeben. Dokumente der Ermittlungsbehörden deuteten zudem auf Bestechungsgelder in Höhe von 8,7 Millionen Reais (etwa 2,5 Mio. Euro) an den früheren Gouverneur des Bundesstaates Pernambuco und Präsidentschaftskandidaten der PSB, Eduardo Campos, während seiner Amtszeit hin, wie die Zeitung Folha de S.Paulo in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Campos war während des Präsidentschaftswahlkampfes im August 2014 bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen (BrasilNews berichtete, 14.08.2014).

Die Information bezüglich des illegalen Geldtransfers geht auf die Aussage des früheren Vorstandsmitglieds des Bauunternehmens Camargo Corrêa, Dalton Avancini, zurück. Demnach sei das Geld aus der Unternehmenskasse im Gegenzug für einen „fiktiven Vertrag“ über Baumaßnahmen an der Raffinerie Abreu e Lima im Bundesstaat Pernambuco geflossen.

Bereits im März dieses Jahres waren erste Anschuldigungen wegen Bestechung gegen Eduardo Campos an die Öffentlichkeit gekommen. Die Familie des verstorbenen Ex-Gouverneurs teilte damals in einer Presseerklärung mit, sie „verurteile den Versuch eine Person, die nicht mehr da ist, in Anschuldigen zu verwickeln“, so die Folha de S.Paulo. Die Verträge zwischen Petrobras und den beteiligten Unternehmen seien ohne Zutun der Landesregierung von Pernambuco erfolgt.

Die Operation Lava Jato der Bundesstaatsanwaltschaft (Ministério Público Federal, MPF) unter Leitung des Ermittlungsrichters Sergio Moro untersucht die Verflechtungen von Korruption zwischen dem staatlichen Mineralölkonzern Petrobras, Politikern sowie führenden Bauunternehmen des Landes. Die Ermittlungen seitens der MPF legten bereits ein dichtes Netz an Scheinfirmen und Untervertragsnehmern offen, die in Absprachen untereinander Petrobras überteuerte Aufträge anboten. Ermittlungen gegen Unternehmen wurden bereits im Dezember 2014 eingeleitet, in dessen Zuge es bereits zu mehrfachen Festnahmen gekommen ist (BrasilNews berichtete, 12.03.15). (ms)

Quelle: Folha de S.Paulo