Das NSA-Hauptquartier in den USA. Die brasilianische Regierung nimmt die Spionage-Vorwürfe gegen die US-Behörde sehr ernst. / Copyright WikiCommons: RLS
Das NSA-Hauptquartier in den USA. Die brasilianische Regierung nimmt die Spionage-Vorwürfe gegen die US-Behörde sehr ernst. / Copyright WikiCommons: RLS

Das NSA-Hauptquartier in den USA. Die brasilianische Regierung nimmt die Spionage-Vorwürfe gegen die US-Behörde sehr ernst. / Copyright WikiCommons: RLS

Zukünftig soll die eMail-Kommunikation der brasilianischen Bundesbehörden wie den Ministerien gegen Internetspionage geschützt werden. Wie Präsidentin Dilma Rousseff zu Beginn dieser Woche mitteilte, habe sie das Bundesamt für Datenverarbeitung (Servicio Federal de Procesamiento de Datos, kurz: Serpo) damit beauftragt, Maßnahmen für den Schutz der Internetkommunikation der Regierung zu ergreifen.  „Das ist die erste konkrete Maßnahme, um den Datenschutz und die Unverletzbarkeit der Behördenkommunikation zu verbessern”, wie die Präsidentin über ihren Twitter-Account verlauten ließ. Rousseff hatte bereits im September angekündigt, einen kostenlosen e-Mail-Dienst für die Bevölkerung einzurichten, der vor Spionageangriffen schützen solle (BrasilNews berichtete, 25.09.2013).

Die brasilianische Regierung reagiert damit wiederholt auf die Spionagevorwürfe gegen den US-Geheimdienst NSA. Dieser wird beschuldigt, insbesondere die Online-Kommunikation der halbstaatlichen Erdölgesellschaft Petrobrás sowie die der Präsidentin und anderer brasilianischer Staatsbürger mitgelesen zu haben. Brasilien forderte daraufhin eine Stellungnahme des US-Präsidenten Barack Obama (BrasilNews berichtete, 16.09.2013). Dieser versprach Rousseff zunächst, die Vorwürfe prüfen zu lassen. Die Erklärungen bezeichnete die brasilianische Regierung jedoch als ungenügend, worauf hin Dilma Rousseff ihren für den 23. Oktober geplanten USA-Besuch absagte.

Neben der US-Regierung wird auch Kanada verdächtigt gegen brasilianische Behörden spioniert zu haben. Insbesondere soll das Ministerium für Bergbau und Energie in den Fokus der kanadischen Geheimdienste gekommen sein. Die Regierung in Ottawa hat sich diesbezüglich kaum geäußert. Kanadische Bergbau-Unternehmen gehören zu denen, die zuletzt am meisten in Brasilien investiert haben. Insgesamt 65 Firmen sind in Brasilien im Bergbau aktiv, 45 von ihnen mit eigener Ausrüstung und 20 von ihnen als Dienstleister. (ms)