Rio de Janeiro: Protest gegen Straflosigkeit im August 2011 am Jahrestag der Ermordung der Richterin Patrícia Acioli durch Polizisten.  / Copyright: Agência Brasil
Rio de Janeiro: Protest gegen Straflosigkeit im August 2011 am Jahrestag der Ermordung der Richterin Patrícia Acioli durch Polizisten.  / Copyright: Agência Brasil

Rio de Janeiro: Protest gegen Straflosigkeit im August 2011 am Jahrestag der Ermordung der Richterin Patrícia Acioli durch Polizisten. / Copyright: Agência Brasil

Im Verfahren um den Mord an der Richterin Patrícia Lourival Acioli im Jahr 2011 durch Polizisten der Polícia Militar (PM) kommt es zu immer mehr Verurteilungen.

Vergangenen Dienstag (16.04.) wurde der fünfte von elf Polizisten für den Mord an der Richterin aus Niterói nahe Rio de Janeiro für schuldig gesprochen. Die Verurteilung für Mord dreifachen Grades sowie für die Bildung einer kriminellen Vereinigung sieht eine Gefängnisstrafe von 19 Jahren und sechs Monaten vor. Die Anklagepunkte lauteten Mord aus einfachen Motiven, Mord zur Verschleierung anderer Verbrechen sowie Mord aus Hinterhalt. Der Täter Carlos Adílio bestreitet seine Mittäterschaft.

Patrícia Acioli wurde am 11. August 2011 durch 21 Schüsse beim Betreten ihres Hauses niedergeschossen. Zu der Zeit stand sie einem Verfahren als Richterin vor, das über die Mitgliedschaft von Polizisten der PM in sogenannten Milizen, über Mord sowie über Korruption im Amt urteilen sollte. Das Verfahren stand im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit. Denn Milizen in Rio de Janeiro werden immer wieder für Auftragsmorde und Selbstjustiz verantwortlich gemacht. Die Richterin wurde zum Symbol für Aufklärung von Polizeiwillkür.

Die Richterin fiel dann einer Falle des nun angeklagten Batallionskommandeur Cláudio Luiz de Oliveira zum Opfer. Dieser tauschte ihren Polizeischutz durch eigene Leute aus, die sie ermordeten. Die Verantwortlichen wurden bald gefasst. Ein Jahr danach kam es zu den ersten Verurteilungen. Bereits am 04.12.2012 und am 30.01.2013 wurden Angehörige der derselben Einheit zu Haftstrafen von 21 bis 25 Jahren für den gemeinschaftlich geplanten und durchgeführten Mord verurteilt.

Die fünf verurteilten Polizisten fechten das Urteil an, so dass der Fall in der nächsten Instanz vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt werden wird. Sechs weitere Polizisten, darunter der Ex-Kommandat des 7. Polizeitbatallions und Auftraggeber des Mordkomplotts, Cláudio Luiz de Oliveira, haben sich noch vor Gericht zu verantworten. (ms)