Das Programm „Brasilien ohne Elend“ wird durch die Weltbankgruppe unterstützt / Copyright: Brasilianische Regierung

Das Programm „Brasilien ohne Elend“ wird durch die Weltbankgruppe unterstützt / Copyright: Brasilianische Regierung

Die Weltbank genehmigte für Brasilien im Zeitraum 2012 bis 2015 acht Milliarden US-Dollar, die dem Programm „Brasilien ohne Elend“ (Brasil sem Miséria) zugutekommen sollen. Das Programm wurde dieses Jahr von der brasilianischen Regierung ins Leben gerufen, um die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen von rund 16 Millionen Menschen zu verbessern.

Die Initiative der Bank wird als sogenannte „Strategische Partnerschaft“ (Estratégia de Parceria, auch Country Partnership Strategy, kurz: CPS) bezeichnet und hat zum Ziel, den Nordosten Brasiliens zu unterstützen, in dem 59 Prozent der extrem armen Bevölkerung Brasiliens leben. Gleichzeitig sollen Investitionen veranlasst werden, die das Ungleichgewicht anderer Regionen reduziert, um das Wachstum Brasiliens anzukurbeln.

Die CPS beinhaltet ein Programm für Finanzierungen in Höhe von 5,8 Milliarden US-Dollar für die brasilianische Regierung, für Bundesstaaten sowie für Gemeinden. Außerdem werden für 2012 und 2013 Darlehen in Höhe von zwei Millionen US-Dollar seitens der Internationalen Finanz-Corporation (IFC) zur Verfügung gestellt, einer Gesellschaft der Weltbankgruppe, die zur Förderung des Wachstums im privaten Sektor agiert.

Ziele der Unterstützung seien vor allem die Verbesserung von Serviceleistungen für die Bevölkerung mit niedrigem Einkommen. Dies beinhaltet Hilfe, um die Vorschulrate auf mindestens 85 Prozent der ärmsten Bevölkerung anzuheben. Des Weiteren soll die Qualität und der Zugang zum Familiengesundheitswesen verbessert sowie die Erweiterung von Wohnbedingungen für Menschen mit geringem Einkommen durchgeführt werden. Man möchte die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der verschiedenen Regionen fördern, hierbei soll besonders das Ungleichgewicht zwischen dem Nordosten und den reichsten Regionen Brasiliens ausgeglichen werden. Außerdem sollen die Gewinnung von Naturressourcen sowie die Vorbereitungen auf Klimaveränderungen verbessert werden und man möchte den Kohlenstoffausstoß in der Landwirtschaft auf mindestens 100 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren. Ein weiteres Ziel besteht in der Steigerung der Effizienz von öffentlichen und privaten Investitionen, der Förderung von öffentlichen und privaten Partnerschaften sowie die Verbesserungen der Bedingungen im Finanzwesen. (ds)