Brasilianische Gewerkschaften möchten die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt reduzieren / Copyright: Creative Commons, José Lopez
Brasilianische Gewerkschaften möchten die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt reduzieren / Copyright: Creative Commons, José Lopez

Brasilianische Gewerkschaften möchten die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt reduzieren / Copyright: Creative Commons, José Lopez

Die wichtigsten brasilianischen Gewerkschaften planen, der Regierung einen Maßnahmenkatalog vorzulegen, mithilfe dessen die hohe Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt bekämpft werden soll. Zudem soll dadurch die finanzielle Belastung des Staates durch die verringerte Inanspruchnahme von Arbeitslosengeld und Lohnbeihilfe reduziert werden.

Nach Untersuchungen der gewerkschaftlichen Abteilung für Statistik und sozioökonomische Studien (Departamento Intersindical de Estatística e Estudos Socioeconômicos, kurz: Dieese) lag die Fluktuationsrate bei Arbeitskräften bei 53,8 Prozent im Jahr 2010.

Ein Vorschlag der Gewerkschaften ist es, einen garantierten Fonds einzurichten, der von der Regierung, den Gewerkschaften und Arbeitgebern geleitet wird.

„Die Firmen, die eine höhere Fluktuationsrate aufweisen als der Durchschnitt ihres Sektors, müssten stärker in diesen Fond einzahlen“, sagte der Präsident der Arbeitergewerkschaft (Central Única dos Trabalhadores, kurz: CUT), Vagner Freitas, während eines Interviews im Anschluss an ein Treffen verschiedener Gewerkschaften in São Paulo.

Hinter dem Fonds steckt die Idee, dass sich in der Krise befindliche Unternehmen an ihm bedienen können, um Entlassungen zu vermeiden und somit die Fluktuation zu verringern. Die Inspiration für ihren Fonds holten sich die Brasilianer aus Deutschland: Das deutsche Modell der Kurzarbeit diente ihnen als Vorbild. Ende dieser Woche werden deshalb Repräsentanten der Gewerkschaften nach Deutschland fliegen, um Einzelheiten des deutschen Modells kennenzulernen.

Ein weiterer Vorschlag der Gewerkschaften ist, Unternehmen mit einer geringen Fluktuationsrate unter den Arbeitnehmern bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt zu behandeln. Denkbar wäre auch, eben diesen Unternehmen den Zugang zu staatlichen Finanzierungsangeboten weiter zu erleichtern. (sg)