Immer noch wichtiges Agrarprodukt Brasiliens: Die Kaffeebohne / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Oluap2512

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In seiner gestrigen Sitzung hat das brasilianische nationale Geldkomitee (Conselho Monetário Nacional, kurz; CMN) beschlossen die fälligen Zinsen auf die von Brasilien an weniger entwickelte Länder vergebenen Exportkredite zu senken. Mit diesen Krediten wird seitens Brasiliens versucht, das Exportgeschäft mit den weniger entwickelten Ländern zu steigern und durch die nun beschlossene Absenkung des Mindestzinssatzes wird dieser Effekt noch verstärkt. Nach der gestrigen Entscheidung des Komitees orientiert sich der Mindestzinssatz nun am Libor-Zins, welcher für internationale Finanztransaktionen fällig wird. Da der bisherige Mindestzinssatz bei zwei Prozent festgeschrieben war, bedeutet die Änderung eine Reduktion der tatsächlich fälligen Zinsen.

Für Länder, die in die Kategorie der weniger entwickelten Länder aus Sicht Brasiliens fallen, besteht nun die Möglichkeit, sich für ihre notwendigen Importe das dafür benötigte Geld beim brasilianischen Schatzamt (Tesouro Nacional) zu sehr günstigen Konditionen zu leihen. Mit der Fixierung an den Libor-Zinssatz ist für diese Länder oft eine günstigere Verschuldung für ihre Importe möglich, als wenn sie sich auf dem freien Kapitalmarkt zunächst mit Krediten versorgen würden, um damit ihre Importe zu bezahlen.

Für Brasilien selbst bedeutet diese Änderung ein weiterer Schritt, um die exportbasierte Konjunktur vor allem im Bereich der Agrarproduktion zu stützen. Wie stark die weniger entwickelten Länder auf diese doch sehr starke Absenkung der zu zahlenden Zinsen reagieren, bleibt dennoch abzuwarten. (mas)