Mehr Tote durch mehr Einsätze im Jahre 2014. Die Polizei von Rio de Janeiro im Einsatz im Complexo de Maré. / Copyright: Agência Brasil
Mehr Tote durch mehr Einsätze im Jahre 2014. Die Polizei von Rio de Janeiro im Einsatz im Complexo de Maré. / Copyright: Agência Brasil

Mehr Tote durch mehr Einsätze im Jahre 2014. Die Polizei von Rio de Janeiro im Einsatz im Complexo de Maré. / Copyright: Agência Brasil

Zum wiederholten Mal ist die Anzahl der durch Polizisten tödlich verletzten Personen in Rio de Janeiro dramatisch gestiegen. Im Jahr 2014 starben in der Stadt allein 582 Menschen durch eine Kugel der Polizei, wie eine Studie des Instituts für Öffentliche Sicherheit (ISP) des Ministeriums für Sicherheit des Staates Rio de Janeiro aufzeigt. Im Vergleich zum Vorjahr mit 416 Toten in Folge des Waffengebrauchs der Polizei bedeutet dies einen Anstieg von 40 Prozent.

Laut Silvia Ramos, der Koordinatorin des Zentrums für Studien für Sicherheit und Bürgerrechte (Centro de Estudos de Segurança e Cidadania, kurz: Cesec), geht der Anstieg vor allem darauf zurück, dass die Polizei mehr schieße, wie die Zeitung Valor Econômico (24.01.) berichtet. Durch den vermehrten Schusswaffengebrauch der Polizei komme es nicht nur zu mehr tödlich Verletzten. Zudem gebe es eine Intensivierung und einen Anstieg der Gewalt im Allgemeinen, so Ramos. Hierzu gehörten sogenannte Kollateralschäden und die berühmten „balas perdidas”, Querschläger, die Unbeteiligte treffen.

Ein Grund für den Anstieg des Schusswaffengebrauchs sei laut der Wissenschaftlerin vom Cesec, dass die Polizei ihre Einsätze nicht richtig plane, um die Zahl gewaltvoller Auseinandersetzungen von vorne herein einzugrenzen. „Oftmals muss der Polizist schießen, weil er sich inmitten von Kriminellen befindet. Muss man aber unbedingt Einsätze während der Schulzeit oder am Samstagabend führen, wenn die Straßen voll sind?“, so Ramos. Zudem sollte die Polizei Einsätze so gestalten, dass sie die Kriminellen nicht unweigerlich zu einem Schusswechsel zwingt, so die Ergebnisse des Cesec.

Insgesamt sei auch die Mordrate im Staat Rio de Janeiro im vergangenen Jahr angestiegen. Um 6,8 Prozent stiegen tödliche Gewalttaten, laut des IPS. (ms)

Quelle: Valor Econômico