Auch in dieser Polizeischule der Polícia Militar in Pernambuco ist der Dienst wegens Streiks bis auf Weiteres ausgesetzt. / Copyright: Autor Leocastle
Auch in dieser Polizeischule der Polícia Militar in Pernambuco ist der Dienst wegens Streiks bis auf Weiteres ausgesetzt. / Copyright: Autor Leocastle

Auch in dieser Polizeischule der Polícia Militar in Pernambuco ist der Dienst wegens Streiks bis auf Weiteres ausgesetzt. / Copyright: Autor Leocastle

Im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco ist die Polizei des Bundesstaates (Polícia Militar) bis auf Weiteres in den Arbeitsstreik getreten. Seit der Nacht vom Dienstag (13.5.) bleiben sowohl Polizisten als auch Angehörige der Feuerwehr in ihren Wachen. Nach Auskunft der Streikkoordination seien Patrouillen, die Arbeit der Notrufzentrale sowie die Unterstützung von Operationen des Innenministeriums bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Nach Medienberichten haben die Streikenden am Dienstag ihre Forderungen der Regierung von Pernambuco wiederholt übermittelt. Der Katalog enthält insgesamt 18 Punkte, fordert im Kern aber eine Gehaltserhöhung ab Januar von 50 Prozent für die einfachen Ränge und 30 Prozent für die Offiziere. Bei einer Demonstration der Polizisten wiesen diese auf die hohen Gehaltsunterschiede zwischen den höheren und niedrigen Rängen hin. Des Weiteren würden bessere Arbeitsbedingungen sowie Pläne für berufliche Laufbahnen eingefordert.

Die Regierung hingegen bekräftigte ihre Bereitschaft bereits ab Juni eine Gehaltserhöhung von 14,55 Prozent zu garantieren. In einer Pressemitteilung bestätigte die Regierung, dass „die Bevölkerung während des Streiks keineswegs ungeschützt bleiben wird“, wie der Estado de São Paulo zitiert. Von seiten der Bevölkerung wird das Ende des Streiks erhofft. Schließlich sei die Anzahl von Raubüberfällen und Diebstählen bereits gestiegen. So kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft nutzen vielerorts strategische Berufsgruppen wie die Polizei oder wie aktuell die Busfahrer in Rio de Janeiro die Situation, um eigene Anliegen in die Öffentlichkeit zu bringen.

Das Zerwürfnis zwischen der streikenden Polizei und der Regierung von Pernambuco offenbarte sich, als am Morgen des vergangenen Mittwochs (14.5.) bei einer großangelegten Operation unterschiedlicher Sicherheitsbehörden die 110 gerufenen Beamten der Polícia Militar der gemeinsamen Aktion fernblieben, wie die Tageszeitung Estado de São Paulo vom vergangenen Mittwoch berichtet. Schließlich hätten Polizisten der Sondereinheit (Grupo de Operações Especiais, kurz: GOE) und der lokalen Polizei der Hauptstadt Recife die Operation begleitet.  (ms)