Brasilien kämpft in 2015 mit Inflation und Rezession. / Copyright: Agência Brasil
Brasilien kämpft in 2015 mit Inflation und Rezession. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien kämpft in 2015 mit Inflation und Rezession. / Copyright: Agência Brasil

Vertreter brasilianischer Finanzinstitutionen haben ihre Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2015 zum ersten Mal nach unten korrigiert. Angesichts einer rigiden Währungspolitik, einer steigenden Inflation und einem stark aufgewerteten US-Dollar sei mit einer wirtschaftlichen Rezession zu rechnen, wie die Zeitung OGlobo berichtet (18.2.).

Laut der am gestrigen Mittwoch (18.2.) veröffentlichten Focus-Studie der Zentralbank rechne diese für das laufende Jahr mittlerweile mit einem Rückgang des BIP von 0,42 Prozentpunkten. In der letzten Berechnung sei zumindest noch von einem Null-Wachstum ausgegangen worden, wie die Zeitung OGlobo schreibt. Für das folgende Jahr 2016 sehen die Projektionen noch ein Wachstum von 1,50 Prozent vor.

Insbesondere für die Industrie sei laut der aktuellen Studie ein Einbruch von 0,43 Prozent zu erwarten. Zuletzt war auch hier noch von einem leichten Wachstum von 0,44 Prozent ausgegangen worden. Doch nicht nur Währungspolitik und Wechselkurs drückten auf die wirtschaftliche Entwicklung. Auch die zum Teilen durchgeführte und zum Teilen noch zu erwartende Rationierung von Wasser und Strom, die in Folge der anhaltenden Dürre in großen Teilen des Landes durchgesetzt werden, behinderten wirtschaftliche Aktivitäten.

Trotz der stagnierenden Wirtschaft gehen die Ökonomen dennoch von einer weiteren Anhebung des Leitzinses, Selic, aus. Dieser könnte in diesem Jahr von derzeit 12,50 auf 12,75 Prozentpunkte angehoben werden, so die Befürchtungen. Dies würde die Wirtschaft weiterhin belasten, jedoch nicht minder schwere Auswirkungen eines überteuerten US-Dollars abwehren. (ms)

Quelle: OGlobo