Auch der Flughafenbetreiber ANA steht zum Verkauf / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, XoaXo

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Die ehemalige Kolonialmacht Brasiliens befindet sich derzeit in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Zwar sind die Auswirkungen in Portugal nicht ganz so schwerwiegend wie in Griechenland und Spanien, dennoch muss sich das Mitgliedsland der EU und der Eurozone Wege erschließen, damit es in der Krise nicht untergeht. Die ehemalige Kolonie Brasilien erscheint in dieser Situation wie ein Retter, auch wenn Brasilien ebenfalls durch die internationale Wirtschaftskrise selbst betroffen ist.

Die Wiederentdeckung Brasiliens durch Portugal kommt zur rechten Zeit, denn wirtschaftlich verbindet die Länder einiges und so könnten bei einer verstärkten Zusammenarbeit beide Länder gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die Diplomatie zwischen beiden Ländern hat sich den Begriff des „magischen Moments“ in den Beziehungen bereits dafür ausgedacht.

Vor allem bei den anstehenden Privatisierungen will Brasilien ein kräftiges Wörtchen mitreden. Aufgrund der Empfehlungen der Troika stehen in Portugal einige staatseigene Betriebe oder Anteile an Infrastruktur-Unternehmen in den nächsten Monaten zum Verkauf. Brasilien will hier in den Bieterverfahren ein deutliches Signal setzen. Vor allem die anstehende Privatisierung der portugiesischen Post und der Luftfahrtsbetriebe stoßen auf großes Interesse bei brasilianischen Investoren.

Bei der ersten großen Privatisierung des Stromkonzerns EDP im Januar ging der Zuschlag an ein chinesisches Konsortium. So ist die Wiederentdeckung Brasiliens vielleicht auch ein kleiner Rettungsanker für Portugals Regierung, denn die ehemalige Kolonie scheint die einzige Lösung, bevor noch mehr essentielle portugiesische Infrastruktur in chinesischer Hand landet. (mas)