Marcelo Neri, neuer Präsident des brasilianischen Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung IPEA / Copyright: Agência Brasil

Marcelo Neri, neuer Präsident des brasilianischen Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung IPEA / Copyright: Agência Brasil

Beim Amtsantritt des neuen Präsidenten des brasilianischen Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada, kurz: IPEA), Marcelo Neri, teilte dieser gestern (12.09.) mit, dass er die Beteiligung der Institution an der öffentlichen Politik erhöhen möchte. Als besonders wichtig erachte er das Bildungswesen: „Dieser Bereich hat den stärksten Einfluss auf andere Sektoren“, so Neri.

Laut Neri müssten die folgenden zwei Teile Brasiliens Fortschritte machen: Zum einen der Teil des Landes, der noch immer eine große Anzahl von Analphabeten aufweist sowie Menschen mit geringer Bildung und schlechter Bildungsqualität. Zum anderen der Teil Brasiliens, der um zu wachsen mehr hochqualifizierte Arbeitskräfte braucht.

Engpässe an Arbeitskräften gäbe es in allen Sektoren, auch bei Geringverdienern wie Haushaltshilfen, Bauarbeitern und Landwirten. Das könne ein Anzeichen sein, dass der Lebensstandard steigt und sich die unteren Schichten der Einkommensverteilung ändern. Somit müsse Brasilien seine Strategien ändern und den derzeitigen Tendenzen anpassen.

Auch in anderen sozialen Bereichen würde es Veränderungen geben, die aber nicht so offensichtlich seien. Darunter beispielsweise die Auswirkungen des Programms Brasil Carinhoso („Liebevolles Brasilien“), der Rückgang der Sterberate, der Anstieg der Einkommen von Analphabeten sowie die stetige Steigerung des Lebensstandards der ärmsten Bevölkerung, die stärker als beispielsweise in China, Russland oder Indien erfolgen würde.

Laut Neri würden Studien über diese Phänomene überraschende Ergebnisse mit sich bringen und hätten großes Potenzial. (ds)