Der hohe Leitzins drosselt das Wachstum. Der Chef der BC, Alexandre Tombini (Foto), aber hält dagegen: Inflation wäre schlimmer. / Copyright: Agência Brasil
Der hohe Leitzins drosselt das Wachstum. Der Chef der BC, Alexandre Tombini (Foto), aber hält dagegen: Inflation wäre schlimmer. / Copyright: Agência Brasil

Der hohe Leitzins drosselt das Wachstum. Der Chef der BC, Alexandre Tombini (Foto), aber hält dagegen: Inflation wäre schlimmer. / Copyright: Agência Brasil

Zum wiederholten Mal werden die Wachstumszahlen für die brasilianische Wirtschaft nach unten korrigiert. Im Jahr 2013 wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) statt der bisher erwarteten 2,77 Prozent nur um 2,53 Prozent wachsen. Dies haben Analysten im Auftrag der brasilianischen Zentralbank, Banco Central (BC), ermittelt. Noch im Mai dieses Jahres gingen die Zahlen von 3,00 Prozent aus.

Laut dem betreffenden Bericht Focus haben sich die Wachstumserwartungen trotz der guten Aussichten im industriellen Sektor verschlechtert. Insbesondere die hohen Absätze auf dem Automobilmarkt hatten den Anteil der Industrie am BIP wachsen lassen (BrasilNews berichtete, 07.06.). Der verarbeitende Sektor wuchs von 2,50 Prozent auf 2,53 Prozent im Monat Mai an, so dass das Wachstum des BIP auf dem Niveau des Vormonats blieb.

Für das schwache Wachstum wird vor allem der Leitzins in Höhe von acht Prozent verantwortlich gemacht. Dieser verhindere, laut dem Bericht Focus, eine notwendige Dynamik der brasilianischen Wirtschaft. Die Regierung aber sieht sich derzeit gezwungen, den Leitzins hoch zu halten, um die Inflation zu bekämpfen. Denn diese, so der Chef der Zentralbank Brasiliens, Alexandre Tombini, verhindere in viel größerem Maße Wirtschaftswachstum.

Auch die Prognosen für das kommende Jahr wurden nach unten korrigiert. Für 2014 wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) statt der bisher erwarteten 3,40 Prozent nur 3,20 Prozent wachsen. Zu Beginn des Monats Mai wurde sogar von einem Wachstum des BIP um 3,50 Prozent ausgegangen. (ms)