Logo FIFA World Cup Brasil / Copyright: FIFA

Logo FIFA World Cup Brasil / Copyright: FIFA

Für das durch den Kongress bewilligte Gesetz zur Fussball-Weltmeisterschaft 2014 (Lei Geral da Copa) wurden gestern (06.06.) die Vetos der brasilianischen Präsidentin im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das WM-Gesetz spezifiziert, unter anderem Verkaufskonditionen der Eintrittskarten, Regeln für den vereinfachten Eintritt von Touristen, Kriterien zur Einhaltung und zum Schutz von kommerziellen Rechten sowie Konditionen für die Übertragung der WM.

Dilma Rousseff legte gegen sechs Artikel ihr Veto ein. Laut dem Berichterstatter des Gesetzes, dem Abgeordneten Vicente Cândido (PT-SP), würden die Vetos den Verkauf von Eintrittskarten zum halben Preis für alle Kategorien öffnen. Diese Option soll Studenten, Senioren über 60 und Empfängern der Familienförderung (Bolsa Familia) zugute kommen. Im Gesetzestext ist ein Kontingent von 50.000 Eintrittskarten zum halben Preis festgesetzt.

Rousseff legte Veto gegen einen Artikel ein, der die bundesstaatlichen Gesetze bezüglich Vergünstigungen für den Zeitraum der WM außer Kraft setzen sollte. Auch Cândido vertrat die Meinung, dass die Fifa mit den Bundesstaaten und Gemeinden um eine Alternative verhandeln müsse, wenn sie keine Eintrittskarten zum halben Preis verkaufen möchte, denn dies sei die gängige Handhabung in fast allen gastgebenden Bundesstaaten. Die Fifa jedoch ist gegen diese Regelung und möchte durchsetzen, dass es nur Vergünstigungen für die Bevölkerung mit geringem Einkommen geben soll.

Vetos erteilte Rousseff ebenso bei den Artikeln 59 und 60, welche Regeln für freiwilliges Engagement während den WM-Events definieren. Die darin festgehaltenen Vorsichtsmaßnahmen stünden schon im brasilianischen Arbeitsgesetz und wären deshalb in diesem Gesetz überflüssig, so die Präsidentin.

Auch die Artikel 48 und 49, die Mechanismen vorsahen, um die Visabeschaffung zu vereinfachen, wurden von der Präsidentin abgelehnt – zur Verwunderung von Cândido, der angab, lange über diesen Inhalt mit dem Präsidentenamt diskutiert zu haben.

Das letzte Veto galt der Reserve von zehn Prozent der Eintrittkarten für jedes Spiel der brasilianischen Nationalmannschaft. Dies, so stimmt Cândido zu, hätte der Fifa operationelle Probleme bereiten können, da man nicht mit genügend Vorlauf wissen kann, welche Teams weiterkommen.

Bis auf die Vetos für die Artikel 48 und 49, schätzte der Berichterstatter die Vetos der Präsidentin als Verbesserung für den Gesetzestext ein. (jv)