Im vergangenen Jahr stiegen die Immobilienkredite in Brasilien erheblich  / Copyright. Wikipedia, Creative Commons, J. Carvalho
Der Wohnungsdefizit ist in den Jahren 2007 bis 2012 gesunken / Copyright. Wikipedia, Creative Commons, J. Carvalho

Der Wohnungsdefizit ist in den Jahren 2007 bis 2012 gesunken / Copyright. Wikipedia, Creative Commons, J. Carvalho

Laut neuster Studie des brasilianischen Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung IPEA (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada), die gestern (25.11.) veröffentlicht wurde, verbesserte sich die Wohnsituation in Brasilien in den Jahren 2007 bis 2012. Das sogenannte Wohnungsdefizit sank in diesem Zeitraum um 6,2 Prozent (absolute Zahlen). In relativen Zahlen, das heißt bei der Berechnung des Defizits in Relation zu den tatsächlich existierenden Wohneinheiten, ist der Wert noch höher, er liegt bei 14,7 Prozent.

Brasilien wies im Jahr 2007 ein Wohnungsdefizit von 5,59 Millionen Wohneinheiten auf, so das IPEA. Dieser Wert machte zehn Prozent der gesamten Haushalte im Land aus. Im vergangenen Jahr lag das Defizit nur noch bei 5,24 Millionen. Der Indikator „Wohnungsdefizit“ ist ein Wert, der der Gesellschaft und den Leitern hilft, die Notwendigkeiten des Landes aufzuzeigen. Er wird als Grundlage für die Entwicklung öffentlicher politischer Maßnahmen verwendet, die auf die aktuelle Wohnsituation Brasiliens eingehen.

Untersucht wurden Wohnungen in prekären Wohngebieten (ein Begriff, der in der Forschung für improvisierte Behausungen verwendet wird), Wohnungen, in denen mehrere Familien zusammenleben, sowie die Auslastungen von gemietetem Wohnraum (mehr als drei Bewohner pro Zimmer).

Der einzige Faktor, in dem ein Anstieg zu verzeichnen war, ist die Miete bezüglich der Haushaltseinkommen. In der Studie bezieht sich dieser Wert auf Haushalte, in denen die Miete mindestens 30 Prozent der Einkommen ausmacht. Von 2007 stieg der Wert von 1,75 Millionen auf 2,29 Millionen im Jahr 2012. „Dieser Aspekt hat unsere Aufmerksamkeit besonders erregt“, kommentierte der Forscher und einer der verantwortlichen der Studie, Vicente Correia Lima. Die Personen, die das am stärksten betrifft, sind diejenigen mit einem Einkommen von bis zu drei Mindestlöhnen.

Welche Auswirkungen das Wohnungsbauprogramm „Mein Haus, Mein Leben“ (Minha Casa, Minha Vida) hat, könne laut Angaben des IPEA noch nicht festgestellt werden. Vermutlich wird das Programm erst auf die zukünftigen Zahlen positive Auswirkungen haben. (ds)