Die meisten ausländischen Arbeiter kamen in den vergangenen vier Jahren unter anderem als Flüchtlinge aus Haiti. / Copyright: Wikimedia Commons, Rémi Kaupp
Die meisten ausländischen Arbeiter kamen in den vergangenen vier Jahren unter anderem als Flüchtlinge aus Haiti. / Copyright: Wikimedia Commons, Rémi Kaupp

Die meisten ausländischen Arbeiter kamen in den vergangenen vier Jahren unter anderem als Flüchtlinge aus Haiti. / Copyright: Wikimedia Commons, Rémi Kaupp

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Zahl von Ausländern, die in Brasilien eine Arbeitserlaubnis bekommen haben, verfünffacht. Das Wachstum ist dabei allerdings durch eine hohe Zahl von Flüchtlingen zu erklären, die nun in Brasilien leben, als dass die Stellen mit ausländischen Fachleuten besetzt wurden, wie eine Analyse des Ministeriums für Arbeit und Beschäftigung (MTE) laut der brasilianischen Tageszeitung Estado de S. Paulo zeigt. Zwischen 2009 und 2013 kamen fast 60 Prozent der Einwanderer, die in den Arbeitsmarkt eingestiegen sind, aus Ländern Südamerikas und aus Haiti. Verschiedene strukturelle Faktoren helfen die Flüchtlingsbewegungen zu erklären.

Aus makroökonomischer Sicht waren die internationale Krise von 2008 sowie die kontinuierliche Zunahme neuer Stellen für ein wachsendes Interesse der ausländischen Arbeiter verantwortlich. Aus mikroökonomischer Sicht wiederum haben frühere Einwanderer den Weg für Bekannte und Familienangehörige eröffnet, indem sie Migrationsketten aufgebaut haben, die mit und ohne Einwanderungshelfer funktionieren, wie Leonardo Cavalcanti, Professor an der Universität von Brasília erklärt.

Die Elastizität des brasilianischen Arbeitsmarktes in den vergangenen Jahren erklärt den Anstieg um 427 Prozent bei der Ausgabe von Arbeitserlaubnissen an Ausländer. Dabei stieg die Zahl von 8.115 in 2009 auf 42.770 in 2013. Für Ricardo Paes de Barros vom Sekretariat für Auslandsangelegenheiten der Regierung ist der Anteil der Ausländer auf dem Arbeitsmarkt des Landes damit aber immer noch komplett bedeutungslos. 2009 lag der Anteil der Ausländer bei 0,4 Prozent, aktuell sind es 1,5 Prozent. (ls)