Die Vertreterinnen der Vereinigung der Hausangestellten feiern das Gesetz mit mehr Rechten im Jahre 2013. / Copyright: Agência Brasil Die Vertreterinnen der Vereinigung der Hausangestellten feiern das Gesetz mit mehr Rechten im Jahre 2013. / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend modernisiert. Insbesondere Frauen vergrößerten ihren Anteil auf dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sei der Anteil der Frauen, die als Haus- oder Dienstmädchen tätig sind, im vergangenen Jahr auf den geringsten Satz seit drei Jahrzehnten gesunken, wie aus einer Studie der Stiftung Seade hervorgeht. Derzeit seien 13,7 Prozent der Frauen als Hausangestellte beschäftigt. Im Jahr 1985 seien es noch 20,9 Prozent gewesen, wie die Zeitung Valor Econômico zitiert (23.4.).

„Viele Frauen erreichten heute einen höheren Bildungsgrad als früher. Dies ermögliche ihnen Arbeitsalternativen“, so die Studie der Seade. Der größere Zugang zum Arbeitsmarkt spiegle sich vor allem in einer veränderten Alterszusammensetzung der Hausangestellten wider. Im Jahr 2007 setzte sich die Mehrheit (50,3 Prozent) aus Frauen bis zu 39 Jahren zusammen. In 2014 wiederum sei dieser Anteil auf 32,6 Prozent gesunken.

Gleichzeitig stieg der Anteil schwarzer Frauen. Zuletzt machten sie 52,6 Prozent der Hausangestellten aus, während es im Jahr 2000 49,1 Prozent waren. Damit liegt der Anteil schwarzer Frauen weit über ihrem Anteil von 38,2 Prozent von Beschäftigungen in allen beruflichen Bereichen. Das heißt, dass vor allem weiße Frauen eher den Sprung in ein anderes Beschäftigungsfeld finden.

Im April 2013 hatte die Regierung unter Präsidentin Dilma Rousseff (PT) ein Gesetz zur Regelung des Hausmädchen-Status erlassen. Die Gesetzesinitiative legte geregelte Arbeitszeiten, eine wöchentliche Arbeitshöchstdauer, eine Sozialversicherung und höhere Löhne für Dienstmädchen fest. Der Anteil von Hausangestellten ging sprunghaft zurück. Dennoch, so die Studie, sei es aktuell noch zu früh, Rückschlüsse auf den Einfluss des im April 2013 erlassenen Gesetzes zu ziehen.

Eine Folge scheint dennoch unbestreitbar der Festsetzung höherer Löhne und einer Wochenarbeitszeit zu folgen. Der Anteil derjenigen Hausmädchen, die auf der Arbeit wohnten, sei von 22,8 Prozent in 1992 auf nur noch zwei Prozent im Jahr 2014 gesunken. (ms)

Quelle: Valor Econômico