Gebäude der Zentralbank in Sao Paulo. / Copyright Banco Central do Brasil
Gebäude der Zentralbank in São Paulo. / Copyright Banco Central do Brasil

Gebäude der Zentralbank in São Paulo. / Copyright: Banco Central do Brasil

Die Zentralbank Brasiliens klagt derzeit Bußgelder in Höhe von 39,8 Milliarden Reais (etwa 12,17 Milliarden Euro) von Unternehmen und Banken ein, die ihren Zahlung an die Bank nicht nachgekommen sind, wie die Zeitung Estado de S.  Paulo berichtet. Der Zeitung liegt eine nicht veröffentlichte Liste der Hauptschuldnern vor, darunter große Unternehmen, bereits liquidierte oder noch operierende Banken und Fußballclubs wie Santos, Corinthians, Internacional, Fluminense und Atlético Mineiro.

Dabei wird der größte Teil des Geldes, den die Zentralbank versucht zurückzuholen – 24,2 Milliarden Reais – nur etwas mehr als hundert Unternehmen, Finanzinstitute und Personen angelastet. Laut den internen Papieren der Zentralbank kam es vor allem beim Währungswechsel zu Verstößen, für die in erster Linie Unternehmen im Import- und Exportgeschäft verantwortlich sind. Weiter geht es um Fälle, in denen Banken auf unerlaubte Weise auf ihr Reserven zurückgegriffen haben, und verschiedene Verstöße durch Finanzinstitute, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Verantwortlichen für Konsortien und Unternehmen, die ohne Erlaubnis der Zentralbank gehandelt haben.

Diese hat die Schuldenfälle nun vor Gericht gebracht und versucht mithilfe einer Taskforce von Anwälten die Schuldner und deren Erben zur Zahlung zu bringen. Dazu machen sich die Anwälte Daten der Bank selbst, aber auch von anderen staatlichen Einrichtungen wie dem Finanzamt, dem Nationalen Institut für Sozialversicherung (INSS), den Abteilungen für öffentliche Sicherheit und dem Ministerium für Entwicklung und internationalen Handel. „Das Wichtigste ist, den Schuldner zu identifizieren und effiziente Strategien zu finden, um an die Erben heranzukommen“, sagte Isaac Sidney Ferreira, Hauptanwalt der Zentralbank. (ls)