Produkte der deutschen petrochemischen Industrie wurden in Brasilien mit Zöllen belegt. / Copyright: WikiCommons: Arnoldius
Produkte der deutschen petrochemischen Industrie wurden in Brasilien mit Zöllen belegt. / Copyright: WikiCommons: Arnoldius

Produkte der deutschen petrochemischen Industrie wurden in Brasilien mit Zöllen belegt. / Copyright: WikiCommons: Arnoldius

Die brasilianische Außenhandelskammer (Câmara de Comércio Exterior, kurz: Camex) beschloss am gestrigen Dienstag (16.07.) sogenannte Antidumping-Zölle auf Importe aus fünf Ländern zu erheben oder fortzuführen. In den Fällen der USA, Deutschland, China, Südkorea und Taiwan sah es die Camex als erwiesen an, dass diese Länder bestimmte Handelsgüter unter dem Verkaufswert im eigenen Land exportierten.

Internationale Normen sowie brasilianisches Recht sehen in solchen Fällen Zölle vor, die den Preis des jeweiligen Produktes auf das Niveau des Exportlandes anheben. Auf diese Weise sollen die illegitimen Wettbewerbsvorteile ausgeglichen werden. Die Maßnahme sei vorerst provisorisch auf vier Monate begrenzt. Doch kann sie bis zu fünf Jahren ausgedehnt werden, wenn die Anbieter das dumping nicht einstellten, so Vertreter der Camex. Je nach Land und Produkt beträgt der Zoll zwischen 57,43 und 689,13 US-Dollar pro Tonne (etwa zwischen 44 und 526 Euro).

Im Fall von Deutschland und den USA erhob die Camex einen Zoll auf die in der chemischen Industrie und Landwirtschaft verwendeten Ethanolamine. Diese Substanz findet unter anderem Anwendung als Beigabe in Kühlstoffen, Lösungsmitteln, Baumaterialien, Filmen oder Kosmetika. Gegen China, Südkorea und Taiwan hatte die Camex Untersuchungen in Bezug auf den Import von graphitisierten Stahlen durchgeführt. Diese dienen der Herstellung von Motoren, Generatoren, Leitern und Kühlkompressern. Der Zoll zum Ausgleich des Preisdumpings kann hierbei zwischen 132,40 und 567,16 US-Dollar (etwa 100 bis 433 Euro) pro Tonne betragen. (ms)