Sinkende Zöllen zu den Nachbarn sollen der Automobilindustrie unter die Arme greifen. / Copyright: Agência Brasil Die industrielle Produktion konnte unter anderem Dank des Automobilsektors gesteigert werden / Copyright: Agência Brasil

Brasilien sucht weitere Auswege aus dem Wirtschaftstief und will die angeschlagene Automobilbranche unterstützen. Ein neues Abkommen mit dem Nachbarn Kolumbien soll den Export von Fahrzeugen aus brasilianischer Produktion spürbar erhöhen.

Rund 12.000 Fahrzeuge sollen nach Abschluss des Vertrags noch in diesem Jahr nach Kolumbien exportiert werden, gab Luiz Moan, Präsident des Bundesverbandes der Fahrzeughersteller (Associação Nacional dos Fabricantes de Veículos Automotores, Anfavea), am Mittwoch (02.09.) bekannt. Zwischen Juli 2014 und Juli 2015 lag die Exportrate noch bei 8.000 Stück, schreibt die Zeitung Valor Econômico.

Das Abkommen soll in der kommenden Woche unterzeichnet werden und sieht die Festlegung höherer Exportquoten sowie die Befreiung von Importzöllen zwischen den beiden südamerikanischen Ländern vor. Im Falle Brasiliens soll dazu die Sondersteuer auf Industrieprodukte (IPI) in Höhe von 30 Prozent wegfallen, schreibt die Zeitung. Zuletzt waren die Zölle für Importe nach Brasilien Ende 2014 wieder angehoben worden (BrasilNews berichtete, 21.11.2014).

Im Kontext der Handelsliberalisierung für Fahrzeuge sollen auch mit dem südlichen Nachbarn Uruguay die Begrenzungen für den Verkauf von Autos und LKW gelockert werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte der brasilianische Minister für Industrie und Außenhandel, Armando Monteiro, die zeitnahe Erneuerung des Handelsabkommens mit Uruguay angekündigt, berichtet der Valor Econômico. Hiernach dürfte Brasilien bis Jahresende bis zu 8.000 Fahrzeuge exportieren. Die gleiche Menge galt zuvor für zwölf Monate.

Damit will Brasilien vor allem gegen den Konkurrenten China angehen, so Anfavea-Chef Moan. Durch die neuen Abkommen könnte Brasilien den Anteil der Exporte an der Auto-Produktion im Land um zwei Prozent steigern. Derzeit liegt der Wert noch zwischen 13 und 14 Prozent, so Moan. In den Jahren 2004 und 2005 lag dieser sogar bei 30 Prozent. (ms)

Quelle: Valor Econômico