Die Krankenhäuser sind in Rio de Janeiro häufig personell unterbesetzt / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Marina Dimitrova
Die Krankenhäuser sind in Rio de Janeiro häufig personell unterbesetzt / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Marina Dimitrova

Die Krankenhäuser sind in Rio de Janeiro häufig personell unterbesetzt / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Marina Dimitrova

In den Krankenhäusern Rio de Janeiros gibt es auf den Notfallstationen zu wenig Ärzte und andere Fachkräfte. Zu diesem Ergebnis kommen Experten am ersten Tag des Zwölften Ärztekongresses der öffentlichen Notfallkrankenhäuser in Rio (12º Congresso Médico dos Hospitais Públicos de Emergência do Rio de Janeiro). Der Kongress startete am 11. Mai und wird vom Regionalrat für Medizin des Bundesstaates Rio de Janeiro (Conselho Regional de Medicina do Rio de Janeiro, kurz: Cremerj) organisiert.

Die Präsidentin des Cremerj, Maria Rosa Araújo, stufte das Fehlen der Fachärzte und -kräfte als extrem ein. Ein Hauptgrund des Problems sei der Mangel an finanziellen Mitteln, erklärte Aloísio Tibiriçá, Vizepräsident des Bundesrates für Medizin (Conselho Federal de Medicina, kurz: CFM). Die Finanzierung des brasilianischen Gesundheitssystems müsse neu überdacht werden, forderte er. Auch der Stellenwert des Berufes nehme zunehmend ab, mahnte Tibiriçá. Kurzzeitverträge, eine geringe Bezahlung und prekäre Arbeitsverhältnisse machten die Aufnahme eines Medizinstudiums für den potentiellen Nachwuchs äußerst unattraktiv.

Ein weiterer Kritikpunkt seien die vielen unterschiedlichen Verträge, die Mediziner trotz gleicher Qualifikation und Arbeitsstelle erhalten. Auch hier müsse man eine einheitliche Form finden, betonte der Kardiologe Tibiriçá. Die Politikerin Ana Lúcia Neves verteidigte jedoch das aktuelle Bezahlungssystem und erklärte, dass es lediglich zwei unterschiedliche Vertragsformen gebe: zum einen gebe es staatliche Verträge und zum anderen seien Verträge üblich, die von sozialen Organisationen ausgehandelt würden.

Die Experten waren jedoch einer Meinung, dass die Finanzierung das Hauptproblem der prekären Situation in Rios Krankenhäusern ist und dass ein neues Konzept erstellt werden müsse. (sg)