Der Großteil des Warenverkehrs zwischen West und Ost in Südamerika verläuft per LKW / Copyright: Agência Brasil

Der Großteil des Warenverkehrs zwischen West und Ost in Südamerika verläuft per LKW / Copyright: Agência Brasil

Die große alte Transamerikana verläuft einmal von Nord nach Süd durch den gesamten Kontinent – von Alaska bis Feuerland. Von West nach Ost sieht die Sache schon ganz anders aus. Es gibt zwar in Südamerika so einige Querverbindungen, aber dass sie klug aufeinander abgestimmt sind oder dass diese Wege logistisch sinnvoll miteinander verbunden sind, kann man wahrlich nicht behaupten. Innerhalb Brasiliens sieht es nicht wesentlich besser aus, jedoch wurden in jüngsten Jahren einige Infrastrukturprogramme wie das zur Transamazonia auf den Weg gebracht, um die Verbindungen von Ost nach West zu schaffen oder die bestehenden entsprechend auszubauen.

Auf dem ersten Unternehmerforum im Rahmen des Mercosur (1º Fórum Empresarial do Mercosul) an diesem Wochenende hat der Präsident des brasilianischen Planungs- und Logistikverbands (Empresa de Planejamento e Logística, kurz: EPL) die Forderung nach besserer Anbindung an den Pazifik für Brasilien erneut auf den Tisch gebracht und damit eine neue Debatte angestoßen. Nicht nur, dass es um die besseren Straßenverbindungen gehe. Auch für den Schienenverkehr besteht großer Handlungsbedarf. So sind beispielsweise die Spurweiten von Brasiliens Eisenbahnen anders als die von Argentinien oder Uruguay, was die Anbindung fast unmöglich macht.

Das Interesse am besseren Zugang zum Pazifik ist klar. Mit den wachsenden Märkten in Asien und vor allem der Nachfrage aus China muss Brasilien beim Export den Weg über den Panama-Kanal wählen. Wäre ein direkter Landzugang zum Pazifik möglich, so würden die Kosten für die exportierten Waren nicht nur aus Brasilien entsprechend gesenkt und die Attraktivität des gesamten Kontinents würde beträchtlich steigen. (mas)