Brasiliens Finanzminister Guido Mantega zusammen mit dem Präsidenten der BNDES Luciano Coutinho, bei der Präsentation neuer Initiativen / Copyright: Agência Brasil

Brasiliens Finanzminister Guido Mantega zusammen mit dem Präsidenten der BNDES Luciano Coutinho, bei der Präsentation neuer Initiativen / Copyright: Agência Brasil

Die Fragen, die sich einem als europäischem Beobachter aufgrund der relativ geringen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Monate in Brasilien stellen, sind wahrscheinlich andere, als die, die sich die Mitglieder der brasilianischen Regierung derzeit stellen. Für langjährige Beobachter Brasiliens von außen ist die Frage drängend, ob die derzeit erwarteten zwei Prozent Wachstum denn wirklich so schlecht sind, vor dem Hintergrund der internationalen Kulisse von Krisen, die für ein Exportland wie Brasilien eben eine bedeutende Rolle spielen? Vor allem Brasiliens Finanzminister Guido Mantega scheint unter der Wachstumsaussicht sichtlich unter Druck geraten zu sein, denn die Schlagzahl, mit der er Maßnahme um Maßnahme ankündigt, ist ziemlich schnell.

Nachdem Guido Mantega bereits vorgestern (04.12.) neue Erleichterungen für den Bausektor bekanntgegeben hatte, hat er gestern (05.12.) ein ganzes Maßnahmenpaket verkündet, mit dem die Bedingungen für neue Investitionen weiter verbessert werden sollen. So wird zum einen bereits ab Januar 2013 der Zins für längerfristige Kredite (Taxa de Juros de Longo Prazo, kurz: TJLP) von 5,5 Prozent auf fünf Prozent gesenkt. Damit erreicht auch diese finanzpolitische Variable einen historischen Tiefstand – neben der Zinshöhe des Leitzins Selic, der mit 7,25 Prozent ebenfalls äußerst niedrig notiert.

Neben diesen Variablen der finanzpolitischen Justierung greift die brasilianische Regierung auch erneut zu ihrer Allzweckwaffe im Kampf gegen das niedrige Wachstum: die staatliche Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES). Fast keine der letztlich verkündeten Maßnahmen hatte nicht irgendeine Verbindung zur BNDES. Die neuen Programme sind allerdings im Detail noch unklar. Klar ist nur, dass sich im Rahmen des Programms für nachhaltige Investitionen (Programa de Sustentação do Investimento, kurz: PSI) Veränderungen ergeben werden, die das Investitionsklima verbessern und den Zugang zur Finanzierung erleichtern werden. (mas)