Zwei Ausbrüche in einer Woche: Das Gefängnis Penitenciaria de Pedrinhas in der Hauptstadt Sao Luis. /Copyright: Agência Brasil
Zwei Ausbrüche in einer Woche: Das Gefängnis Penitenciaria de Pedrinhas in der Hauptstadt Sao Luis. /Copyright: Agência Brasil

Zwei Ausbrüche in einer Woche: Das Gefängnis Penitenciaria de Pedrinhas in der Hauptstadt São Luis. /Copyright: Agência Brasil

Innerhalb einer Woche kam es im nördlichen Bundesstaat Maranhão zu zwei Gefängnisausbrüchen. Laut ersten Medienberichten gelang es dabei 47 Insassen zu flüchten. Der zuständige Minister zeigte sich erbost und kündigte Untersuchungen an, um die Verantwortlichen zu bestrafen. Der Gefängnisleiter sei bereits verhaftet.

Zuerst gelang es am Mittwoch, den 10. September, 36 Häftlingen aus der Haftanstalt Complexo Penitenciário de Pedrinhas in der Hauptstadt des Bundesstaates, São Luís, zu entkommen. Ein Schwerlastkraftwagen sei in die Außenwand der Untersuchungshaft gefahren und habe diese zerstört, wodurch die Flucht möglich wurde. Bisher seien zwei der Flüchtigen wieder gefangen worden.

Die zweite Flucht ereignete sich am gestrigen Mittwoch (17.9.). Dabei hätten die Häftlinge einen Tunnel benutzt. Nach ersten Angaben sei elf Personen der Weg aus der Haft gelungen. Das Justizministerium habe die Zählung der Flüchtigen jedoch noch nicht abgeschlossen.

Der zuständige Minister Sebastião Uchôa bestätigte, dass es nach dem ersten Ausbruch am 10. September keine Durchsuchung der Hafteinrichtung gegeben habe, wie die Zeitung Estado de São Paulo am gestrigen Mittwoch (17.9.) berichtet. Dies habe ermöglicht, dass die Gefangenen unerkannt den Tunnelbau zu Ende bringen konnten.

Im Zuge dessen besetzten am Mittwochmorgen die Sondereinsatzkräfte der Polizei (Tropa de Choque) das Gefängnis. Das Klima sei dementsprechend angespannt, wie die Zeitung Estadão schreibt. Bereits vergangenen Montag (15.9.) wurde der Leiter der Einrichtung, Cláudio Barcelos, festgenommen. Ihm werde vorgeworfen, die Flucht unterstützt zu haben. Für seine Fluchthilfe sollen ihm zwischen 200.000 und 300.000 Reais (etwa 100.000 Euro) versprochen worden sein.

Wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil gestern berichtete, herrschten auch im Complexo Penitenciário de Pedrinhas Rivalitäten unter verfeindete Banden den Alltag im Gefängnis. Im laufenden Jahr seien 16 Menschen in Haft ermordet worden; im Jahr 2013 insgesamt 60 Insassen. (ms)